ab 12.12.26
Spiegelhalle
ABO
Uraufführung
HOPPLA
von Hannes Weiler nach Ernst Toller
Regie & Video Hannes Weiler Bühne & Kostüme Florian Dietrich
Dramaturgie Hauke Pockrandt
Das diesjährige Spielzeit-Motto erinnert nicht zufällig an den Titel von Ernst Tollers Drama „Hoppla, wir leben!“. Geboren 1893 im damals zum Deutschen Reich gehörenden Szamocin, zog Toller wie viele deutsche Juden als Patriot – antisemitischen Anfeindungen zum Trotz – begeistert in den Ersten Weltkrieg. Doch die brutale Wirklichkeit des Krieges, desillusionierten den Überlebenden und zerstörte seine Vorstellung von Nationalstolz und Ruhm. Toller wandelte sich zum Pazifisten und Klassenkämpfer, Dramatiker und Lyriker – und aus politischer Notwendigkeit zum Politiker. In der Münchner Räterepublik – der Utopie, dem politischen Gegenentwurf – wurde Toller zu einer der führenden Figuren, bis zu ihrer gewaltsamen Niederschlagung und seiner Verurteilung. Wie bei nur wenigen anderen Künstler*innen stehen Tollers Lebensweg und Werk für eine untrennbare Verbindung von Politik und Kunst, für das Engagement für Menschenrechte, eine europäische Vision und gesellschaftliche Utopien – und den Kampf gegen Nationalismus, soziale Ungerechtigkeit, Faschismus und Krieg.
Der dem Konstanzer Publikum wohlbekannte Autor und Regisseur Hannes Weiler nimmt Ernst Tollers Leben und Werk als Ausgangspunkt um Geschichte auf ihre Tauglichkeit für die Gegenwart zu prüfen. Mit seiner typischen Mischung aus gedanklichen Umwegen und spielerischer Versuchsanordnung geraten politische Ideen, große Utopien und ihre ganz praktischen Nebenwirkungen ins Blickfeld. Oder anders gesagt: ein Abend über Kunst und Politik – mit gelegentlichen „Hoppla“-Momenten.