ab 13.03.27
Werkstatt
URAUFFÜHRUNG
Requiem
Auftragswerk für das Theater Konstanz von Susanne Frieling
Regie Susanne Frieling
Dramaturgie Romana Lautner
Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht umfasst nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch die Freiheit, sich das Leben zu nehmen und – soweit angeboten – Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Doch was bedeutet es, über den eigenen Tod entscheiden zu wollen? Und was bedeutet es für die, die zurückbleiben? Sterben ist in unserer Gesellschaft zugleich allgegenwärtig und unsichtbar. Wir lagern es aus – in Krankenhäuser, Pflegeheime, Statistiken und Schlagzeilen. Wir sprechen leise darüber, in Fluren, nach Beerdigungen, vielleicht nachts am Küchentisch. Aber selten auf offener Bühne. „Requiem“ ist ein Theaterabend über das Sterben und darüber, was es heißt zu leben, wenn das Leben endlich ist. Ein Abend über letzte Entscheidungen, über Abschiede, über Angst, über Wut, über Erleichterung, über Liebe. Ein Abend über die Frage, wem unser Leben gehört.
Ausgehend von Interviews, Gesprächen und Recherchen erschafft Regisseurin Susanne Frieling, die zuletzt mit „Karl“ und „Unter anderen Umständen“ das Publikum sehr berührt hat, einen dokumentarischen Theaterabend, der verschiedene Stimmen hörbar macht: von Menschen, die gehen wollten, von Menschen, die geblieben sind, von Angehörigen, Freund*innen, Ärzt*innen, Zweifler*innen und Überzeugten. „Requiem“ versteht sich als Totenmesse ohne Religion: ein Raum für Trauer und Erinnerung, für Dunkelheit und Licht, für Fragen, für Musik, für Stille. Ein Raum, in dem nicht das Sterben erklärt wird, sondern das Leben betrachtet – von seinem Ende her. Denn vielleicht erzählt man vom Leben am genauesten, wenn man vom Sterben spricht.